Dein Begriffskompass
Was bedeutet Kennzeichnungspflicht bei Arbeitnehmerüberlassung?
Die Kennzeichnungspflicht verlangt, dass eine Arbeitnehmerüberlassung im Vertrag zwischen Verleiher und Entleiher ausdrücklich als solche bezeichnet wird. Sie soll verdeckte Überlassung unter der Bezeichnung eines Werk- oder Dienstvertrags verhindern.
Kurz gesagt
- Die Überlassung muss vor Beginn im Vertrag als solche benannt sein.
- Eine nachträgliche Umdeutung ist ausgeschlossen.
- Die Pflicht trifft beide Vertragsparteien, praktisch vor allem den Verleiher.
Rechtsstand: 05.09.2026 · Quelle: Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Dieser Eintrag wird jährlich geprüft.
Warum das für dich zählt
Die Pflicht wurde eingeführt, weil Überlassung häufig als Werkvertrag getarnt wurde, um Regeln zu umgehen. Für Personaldienstleister bedeutet sie: Die Vertragsgestaltung ist kein Formalismus, sondern Voraussetzung dafür, dass der Einsatz überhaupt zulässig ist.
Häufig verwechselt mit
- Konkretisierungspflicht — betrifft die Benennung der überlassenen Person.
- Erlaubnispflicht — betrifft die behördliche Erlaubnis, nicht den Vertrag.
- Dokumentationspflicht — allgemeine Aufzeichnungspflichten, ein anderer Regelungsbereich.
Verwandte Begriffe
Konkretisierungspflicht · Überlassungsvertrag · Festhaltenserklärung · AÜG · Rahmenvertrag
Wenn Vertragsunterlagen am Kunden hängen, ist bei jedem neuen Auftrag sichtbar, welche Fassung gilt. Mehr dazu auf Zeitarbeit.
Im passenden Ablauf
Wie sich der Begriff im Arbeitsalltag einordnet, zeigt Software für Zeitarbeit. Dort stehen Ablauf, zugehörige Funktionen und Grenzen im Zusammenhang.
Quellen
| Quelle | Wofür | Status |
|---|---|---|
| Gesetze im Internet — Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) | Regelungsinhalt und aktuelle Fassung | URL und Fassung geprüft am 05.09.2026 |
