Dein Begriffskompass
Was bedeutet Arbeitszeitkonto?
Ein Arbeitszeitkonto dokumentiert zulässige Zeitguthaben und Zeitschulden gegenüber der vereinbarten Arbeitszeit. Welche Buchungen und Ausgleichszeiträume erlaubt sind, richtet sich nach den wirksamen vertraglichen und tariflichen Regelungen. Fehlende Kundeneinsätze dürfen nicht automatisch als Minusstunden auf Beschäftigte verlagert werden: Das Beschäftigungsrisiko trägt der Verleiher. Der Kontostand muss nachvollziehbar sein.
Kurz gesagt
- Es dient dem Ausgleich schwankender Einsatzzeiten, nicht der dauerhaften Ausweitung der Arbeitszeit.
- Ober- und Untergrenzen sowie Ausgleichszeiträume sind tariflich geregelt.
- Der Kontostand ist für Mitarbeitende nachvollziehbar zu führen.
Rechtsstand: 30.08.2026 · Quelle: Tarifwerk der Zeitarbeit. Dieser Eintrag wird jährlich geprüft.
Warum das für dich zählt
Das Arbeitszeitkonto ist eines der wenigen Instrumente, mit denen ein Personaldienstleister Auslastungsschwankungen abfedern kann, ohne Beschäftigung zu beenden. Gleichzeitig ist es ein häufiger Streitpunkt. Vor allem dann, wenn Mitarbeitende den Kontostand nicht nachvollziehen können.
Häufig verwechselt mit
- Überstunden — sind zusätzlich geleistete Zeit. Ein Arbeitszeitkonto führt Guthaben und Minusstunden im Rahmen eines Ausgleichszeitraums.
- Gleitzeit — dient der flexiblen Lage der Arbeitszeit, nicht dem Ausgleich schwankender Auslastung.
- Kurzarbeit — ein anderes Instrument mit eigenen Voraussetzungen und behördlicher Beteiligung.
Quellen zum Beschäftigungsrisiko
Stand der Quellenprüfung: 24.10.2026. § 11 Absatz 4 AÜG schützt den Vergütungsanspruch bei Annahmeverzug. Zum Arbeitszeitkonto siehe Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.04.2014, 5 AZR 483/12, Randnummer 24. Die Prüfung eines konkreten Buchungsfalls wird dadurch nicht ersetzt.
