Praxisleitfaden · Software und Organisation

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So organisierst du als Personaldienstleister Löschfristen für Bewerberdaten

Eine Zahl für alle Kandidaten reicht nicht. Kläre zuerst, warum du Daten speicherst, welches Ereignis die Prüfung auslöst und wer über eine weitere Aufbewahrung entscheidet.

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Praxisleitfaden · Software und Organisation

So organisierst du als Personaldienstleister Löschfristen für Bewerberdaten

Eine Zahl für alle Kandidaten reicht nicht. Kläre zuerst, warum du Daten speicherst, welches Ereignis die Prüfung auslöst und wer über eine weitere Aufbewahrung entscheidet.

DEIN PRAXISLEITFADEN

Dein Weg durch den Leitfaden

Wähle den Schritt, der für deine aktuelle Aufgabe wichtig ist.

01 · ZWECK UNTERSCHEIDEN

Wofür werden die Daten heute noch benötigt?

Aktive Bewerbung und spätere Talentpool-Nutzung sind nicht dasselbe.

Verarbeitungen statt Ordner betrachten

Trenne laufende Bewerbungen, Talentpool-Kontakte und mögliche gesetzliche oder vertragliche Nachweispflichten. Frage für jede Verarbeitung, welche Daten nötig sind und auf welche Grundlage sie gestützt wird. Die datenschutzrechtliche Bewertung gehört zur zuständigen Fachperson.

Die Hamburger Datenschutzaufsicht weist auf die unterschiedlichen Phasen des Recruitings hin und erläutert Anforderungen an die freiwillige Talentpool-Einwilligung. Daraus folgt keine universelle Aufbewahrungsdauer für jeden Kandidatenbestand.

  1. Datenarten, Zwecke und beteiligte Systeme erfassen.
  2. Weitergabe an Kunden getrennt von eigener Speicherung prüfen.
  3. Eine fachlich verantwortliche Person für das Löschkonzept benennen.

Zwecke und Datenbestände

Abbildung folgt

Abbildung 1: Zwecke und Datenbestände.

02 · REGELN FESTLEGEN

Welches Ereignis startet deine Fristenprüfung?

Die Regel muss im Alltag eindeutig anwendbar sein.

Ein prüfbares Löschkonzept vorbereiten

Halte je Zweck Auslöser, geprüfte Dauer, mögliche Ausnahme und verantwortliche Rolle fest. Beispiel: Der Abschluss eines konkreten Bewerbungsverfahrens ist ein anderer Anlass als der Widerruf einer Talentpool-Einwilligung.

Lege fest, wie offene Nachweise oder ein rechtlich begründeter Aufbewahrungsbedarf behandelt werden. Eine bloße Hoffnung auf einen späteren Auftrag verlängert nicht automatisch eine zulässige Speicherung. Pauschale Aussagen wie „immer sechs Monate“ ersetzen die Einzelfallprüfung nicht.

  1. Regeln einschließlich Begründung und Stand dokumentieren.
  2. Widerruf und Löschanfrage mit einem klaren Bearbeitungsweg versehen.
  3. Auch Kopien, Exporte und weitergegebene Unterlagen berücksichtigen.

Löschkonzept mit Auslösern

Abbildung folgt

Abbildung 2: Löschkonzept mit Auslösern.

03 · IN TALENT360 UMSETZEN

Passen die Einstellungen zu deinem freigegebenen Konzept?

Technische Werte sind keine Rechtsentscheidung.

Archivierung, Löschung und Weitergabe bewusst prüfen

Die Hilfe beschreibt im Einstellungsbereich Bewerber die DSGVO-Regeln für Archivierung und Löschung sowie Einstellungen zur Profilweitergabe. Prüfe sie mit einem berechtigten Benutzer gegen dein eigenes Konzept.

Dokumentiere die Auswirkungen, bevor du Werte änderst. Die technische Ausblendung eines Datensatzes und seine rechtliche Behandlung dürfen nicht ungeprüft gleichgesetzt werden. Für verlängerte Aufbewahrung gibt es eine gesonderte Anleitung; auch dafür brauchst du eine tragfähige Grundlage.

  1. Die aktuell geltenden Einstellungen gemeinsam mit Datenschutz prüfen.
  2. Das erwartete Ergebnis an dafür vorgesehenen Testfällen kontrollieren.
  3. Änderungen mit Verantwortlichem und Anlass festhalten.

Abgleich von Konzept und Einstellungen

Abbildung folgt

Abbildung 3: Abgleich von Konzept und Einstellungen.

04 · WIRKUNG KONTROLLIEREN

Funktioniert der Prozess auch außerhalb der Software?

Eine Exportdatei liegt nicht automatisch unter denselben Regeln.

Verantwortung bis zur letzten Kopie

Nimm einen bekannten Vorgang und prüfe, wo seine Daten zusätzlich liegen: im Postfach, auf einem Laufwerk oder bei einem Kunden. Kläre für jede Stelle, wer eine Lösch- oder Aufbewahrungsentscheidung umsetzt und bestätigt.

Prüfe dein Konzept bei wesentlichen Änderungen an Prozess, Zweck oder Anbieter erneut. Ein Kandidatenstatus oder ein technischer Bearbeitungsvorgang ist kein Ersatz für eine erneute rechtliche Begründung.

  1. Stichproben und offene Abweichungen protokollieren.
  2. Zugriffe und gespeicherte Exporte regelmäßig überprüfen.
  3. Ungeklärte Fälle an die zuständige Datenschutzrolle geben.

Kontrollweg für Daten und Kopien

Abbildung folgt

Abbildung 4: Kontrollweg für Daten und Kopien.

Quellen und praktische Anleitungen

Löschung und Archivierung →

Verlängerte Aufbewahrung →

HmbBfDI: Bewerberdatenschutz →

Quellenstand: 23.10.2026. Funktionsumfang und Voraussetzungen richten sich nach dem eingerichteten Zugang.

Fragen vor der Entscheidung

Häufige Fragen

Was bedeutet Archivierung in talent360?
Laut Hilfe werden archivierte Bewerber aus der nutzbaren Ansicht entfernt. Prüfe die dokumentierten Folgen vor einer Änderung; Archivierung ist keine pauschale Bestätigung einer rechtlich ausreichenden Löschung.

Wann wird ein Bewerber archiviert?
Die Hilfe beschreibt Regeln nach Prozessstatus und letztem Bearbeitungsdatum sowie eine mögliche verlängerte Aufbewahrung. Die zulässige Dauer muss aus deinem geprüften Zweck und Löschkonzept folgen.

Wo sehe ich, wann die Archivierung durchgeführt wird?
Die Hilfe nennt dafür in den Bewerberdetails das Feld „Archivierung durchführen“. Kontrolliere die Anzeige zusammen mit den wirksamen Einstellungen, bevor du einen Vorgang als geklärt behandelst.

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